Obwohl es das Konzept des digitalen Zwillings seit 2002 gibt, wurde seine Umsetzung erst dank des Internets der Dinge (IoT) wirtschaftlich tragfähig. Und es ist für Unternehmen heute so unverzichtbar, dass es zu den 10 wichtigsten strategischen Technologietrends für 2017 von Gartner zählte.

Ganz einfach gesagt ist ein digitaler Zwilling ein virtuelles Modell eines Prozesses, eines Produkts oder einer Dienstleistung. Diese Paarung der virtuellen und der physischen Welt ermöglicht die Analyse von Daten und die Überwachung von Systemen, um Probleme abzuwenden, noch bevor sie auftreten, Stillstände zu verhindern, neue Chancen zu entwickeln und mithilfe von Simulationen sogar die Zukunft zu planen. Thomas Kaiser, leitender Vizepräsident für IoT bei SAP, drückte es so aus: „Digitale Zwillinge werden zu einer geschäftlichen Notwendigkeit, decken den gesamten Lebenszyklus eines Vermögenswerts oder Prozesses ab und bilden die Grundlage für vernetzte Produkte und Dienstleistungen. Unternehmen, die nicht reagieren, werden zurückbleiben.“ Wie funktioniert ein digitaler Zwilling? Man kann ihn als Brücke zwischen der physischen und der digitalen Welt verstehen. Zuerst werden intelligente Komponenten, die mit Sensoren Daten zu Echtzeitstatus, Betriebszustand oder Position erfassen, mit einem physischen Gegenstand verbunden. Die Komponenten sind an ein System in der Datenwolke angeschlossen, das alle von den Sensoren überwachten Daten empfängt und verarbeitet. Diese Eingaben werden mit Geschäfts- und anderen Kontextdaten abgeglichen. In der virtuellen Umgebung werden Lehren gezogen und Chancen erkannt, die sich auf die physische Welt übertragen lassen — letztlich, um das Unternehmen zu verändern. Paarungstechnologie, in der Luft- und Raumfahrt entwickelt: Die NASA war die Erste, die sich mit Paarungstechnologie befasste — dem Vorläufer des heutigen digitalen Zwillings — und das bereits in der Frühzeit der Raumfahrt.

Ich schreibe Bücher, halte Hauptvorträge und berate zu Massendaten, Analytik, Kennzahlen und zur Verbesserung der Unternehmensleistung. Ich habe vielen der weltweit führenden Unternehmen und Regierungen dabei geholfen, ihre wichtigsten Geschäftsfragen mithilfe von Daten zu beantworten a…

Bernard Marr ist ein viel gelesener Autor und Hauptredner zu Wirtschaft, Technologie und Massendaten. Sein neues Buch ist Data Strategy. Um seine künftigen Beiträge zu lesen,treten Sie hier einfach seinem Netzwerk bei.